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    Projekte - Jugendaustausch mit Südafrika
Südafrika-Austausch – oder: Die Bedeutung direkter Nord-Süd-Begegnungen im Rahmen des globalen Lernens

Global und nachhaltig denken und handeln lernen ist oft eine schwierige und trockene Auseinandersetzung mit sperrigen und unbequemen Themen.
In der Gastronomie-Ausbildung wurden in den letzten Jahren aber recht konkrete Ansatzpunkte gefunden: "Wo kommen die Nahrungsmittel her, die wir verarbeiten? Was versteht man in anderen Kulturen unter gutem Service? Welche Geschäftsmodelle gibt es, die mit ihrer ökologischen und sozialen Verantwortung punkten? ..."

Dabei entstand der Wunsch, diese Fragen nicht nur "einseitig", sondern wechselweise gemeinsam mit Auszubildenden aus den Ländern des Südens zu bearbeiten.
Seit 2006 halten wir Kontakt zum College of Cape Town (www.cct.edu.za) und ermöglichen Auszubildenden den Austausch über globale und lokale Fragen. Schon zum fünften Mal konnte ein Austausch für zwei vierwöchige Begegnungen von Auszubildender aus Südafrika nach Deutschland und die damit verbundene Rückbegegnung deutscher Auszubildender nach Südafrika mit der dortigen Abteilung für "hospitality" realisiert werden. – Für 2012 ist die nächste "Runde" für Auszubildende aus den Bereichen Gastronomie und Tourismus geplant.

Etwa ein Jahr im Voraus, nutzten die Auszubildenden aus Berlin und Cape Town eine eigene e-learning Plattform des EPIZ (www.epizberlin.de) um sich kennen zu lernen, Themen auszutauschen und noch ganz andere, viel spannendere Fragen auf zu werfen: zu Ausbildung und Lebensträumen, Freunden und Vorbildern, Alltag und Politik ...

Bei den beiden direkten Begegnungen – Februar 2010 in Berlin, September 2010 in Cape Town - ging es im Kern darum, Ausbildung und Alltagsleben 1:1 mit einem Austauschpartner zu teilen. Anfang und Abschluss bildeten gemeinsame Seminare zur Einarbeitung und Auswertung der thematischen Hintergründe. Und natürlich gab es gemeinsame Ausflüge und Freizeit, Kochen und Braai, Wein- und Brandyverkostung ... Kapstädter im verschneiten Spreewald und Berliner am Pinguin-Strand nahe Kapstadt .

Aber das gemeinsame Thema und der Berufsbezug blieben Dreh- und Angelpunkt für die Begegnung: "Mit dem Nachhaltigkeitsthema habe ich mich nur langsam angefreundet (und ich glaube, die Anderen auch). Für unseren Austausch ist es aber richtig gut, dass wir uns zusammen an etwas abarbeiten, das wirklich ein gemeinsames Drittes und niemandes Heimspiel ist." Carola, Hotelfachfrau

Außerdem kamen immer wieder Fragen und Diskussionen zu gesellschaftlichen Entwicklungen und aktueller Politik auf; meist von den jeweils "Fremden" aufgeworfen, nicht immer zur Freude der jeweils "Einheimischen": So wollten die Kapstädter unbedingt ein Konzentrationslager besuchen und über Erfahrungen aktueller Fremdenfeindlichkeit in Berlin reden; den deutschen Umgang mit den Stasiakten mit der südafrikanischen Truth and Reconciliation Commission vergleichen.
Die Berliner thematisierten immer wieder die noch nicht durchgehend realisierte Gleichstellung aller Südafrikaner nach Beendigung der Apartheid - und warum die Kapstädter für ihre Ausbildung zahlen müssen. (Erst dadurch wurde klar, dass alle dort total stolz darauf sind, dass es erstmalig eine gezielte Berufsausbildung für eine ganze Generation gibt.)

Mehr Informationen finden Sie in unseren Dokumentationen