"Bei mir bleibt die Erfahrung, dass ältere Menschen durchaus offen und lustig sein können, nicht nur stur und verknöchert."
"Ich hatte mir das Gespräch mit den Jugendlichen mühevoller vorgestellt. Ich hatte nicht gedacht, dass so viel Poesie in den jungen Leuten steckt."
Lernen von der älteren Generation durch erzählte Erinnerungen über das Dritte Reich und den Widerstand - die klassische Zeitzeugenarbeit - hat in Haus Kreisau eine lange Tradition. Aber auch umgekehrt kann die ältere Generation von der jüngeren lernen.
Viele Konflikte zwischen den Generationen haben eine Ursache in mangelndem Kontakt und fehlender Gelegenheiten des direkten Austausches.
Seit 1993 sind Seminare generationsübergreifender Bildungsarbeit daher ein fester Bestandteil der Arbeit in Haus Kreisau. Junge Auszubildende und Senioren/Seniorinnen leben und arbeiten eine Woche lang gemeinsam in der Bildungsstätte. Dabei steht das Verhältnis von Jung und Alt nicht im Vordergrund. Vielmehr geht es um Themen, bei denen biographische Erfahrungen und gesellschaftspolitische Fragestellungen einfließen können. Was ist Gerechtigkeit? Wie verändert sich Kommunikation im Zeitalter neuer Medien? Wie (im-)perfekt ist der Mensch?
Dadurch, dass Jung und Alt sich auf Augenhöhe gleichberechtigt austauschen und miteinander etwas gestalten - in einer Atmosphäre von Offenheit und ohne Harmoniedruck - kann ein selbstverständlicheres Miteinander von beiden Generationen erlebt werden. So erschließt sich ein neues Verständnis füreinander, entstehen wechselseitiger Respekt und Anerkennung.
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