Religionsunterricht an beruflichen Schulen (BRU) hat seit langem schon eine eigene Gestalt, die ihn von dem in allgemeinbildenden Schulen unterscheidet. Es kommen in der Regel Lerngruppen zusammen, die aus Jugendlichen unterschiedlichster Konfessionen und Religionen bestehen und die erwarten dürfen, dass sie in ihrer konkreten Lebenssituation und mit Bezug zu ihrem Beruf angesprochen werden. Der BRU bearbeitet daher einerseits Themen, die Religion oder religiöse Phänomene sowie gesellschaftspolitische und ethische Themen aus einer evangelischen Perspektive explizit zum Gegenstand haben. Mehr als in den allgemeinbildenden Schulen ist andererseits auch die Orientierung und das erfolgreiche Bestehen in der Lebenssituation Ausbildung ein zentraler Gegenstand des BRU. Gerade für Jugendliche, denen das Etikett "benachteiligt" zugesprochen wird, kann ein Einüben sozialer Umgangsweisen und das Erlernen gewaltfreier und konstruktiver Konfliktbewältigung dabei ein elementarer Schritt sein. Zukunftsperspektiven und Prüfungsangst finden sich im "Themenkatalog" des BRU ebenso wie Anti-Gewalt-Training und Teamarbeit. Okkultismus und interreligiöses Miteinander sind ebenso gefragt wie Bioethik und Globalisierung.
Für Haus Kreisau kommt die Besonderheit hinzu, dass BRU hier nicht in der Schule, sondern an einem eigenen, außerschulischen Lernort stattfindet. Das ermöglicht ein intensives gemeinsames Arbeiten jenseits der starren Taktung von Stundenplänen. Für eine andere Art der Begegnung der Schüler untereinander und mit ihren Lehrern bietet das ebenso einzigartige Möglichkeiten wie für Lernerfahrungen in einer Lebensgemeinschaft auf Zeit.
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